Libralop

…als sähe niemand zu. Seit 78 Tagen.

2017-03-07

In some crazy way, I think that we often listen to the music which represents what we want to be like. It feels like we're trying to catch somebody who's faster than we are. But, when I hear this music it becomes perfectly clear. THIS is what I am. And stopping, instead of running, feels so good! It would be nice to have a place to go, where people sit quiet and relaxed and listen to this music, without talking. Paradise for introverts. Бојан Квргићvor über das Album »Piano Nights« von »Bohren und der Club of Gore«

Früher dachte ich, Vergessen können sei ein Geschenk, das es mir ermöglicht, all die schlimmen Dinge auszublenden, die mir widerfahren. Doch das funktionierte letztlich so gut, dass ich auch die schönen Dinge aus meiner Erinnerung verlor. Es ist meine Dankbarkeit, die ich anderen Menschen damit vorenthalte. Ich besitze sie, nur weiß ich nichts mehr davon. Und das ist das eigentlich Traurige: Etwas sein Eigen zu nennen, das man aber nicht verschenken kann, weil man nicht weiß, welcher Schatz da im Keller der Seele liegt.

Morgen ist internationaler Frauentag. Als Kosmonaut verpflichte ich mich, jeder meiner Kolleginnen ein kleines Sträußchen zu schenken. Freundschaft!

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Dienstag, 7. März 2017 · Tägliches Allzutägliches

2017-03-04

1:47 Uhr. Nachdem die besoffenen Teenager endlich weitergezogen waren, um ihre profunden Gespräche altersgemäß in einer WhatsApp-Gruppe, nicht aber mehr vor unserem Schlafzimmerfenster weiterzuführen, traf der Hubschrauber über unserem Stadtteil ein. An Schlaf ist nicht zu denken. Versuche, mich mit Musik zu beruhigen. Erstaunlich: »Terminator 2« hilft am besten.

Sonne. Wärme. Beinahe irritierend viel. Ein Vorgeschmack auf die Vulkaninsel. Meine Frau sieht wunderschön aus und lacht voll herzhafter Wärme. Ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit.

Geburtstagsfeier eines mir liebsten Menschen. Auf dem Weg dorthin »Strawberry Fields Forever« im Ohr gehabt, wohl auch weil mir der Death-Metal-Nachbar heute seine Westerngitarre geliehen hat. Dann, bei der Einfahrt in den neuen Eigenheimgürtel, zu Beethoven gewechselt, in Anlehnung an »Clockwork Orange«.

Die Bekannten und Freunde beginnen nun, die Vierziger-Marke zu reißen und ihre Mietverhältnisse zugunsten von Eigenheimen aufzugeben. Meine letzte wichtige Lebensentscheidung war das Vertagen des Kaufs des neuesten »Old Man Logan«-Comics auf nächste Woche.

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Samstag, 4. März 2017 · Tägliches Allzutägliches

2017-03-02

Viel zu hart zu mir selbst sein: Kann ich. Leiden lassen, so sehr und tief, dass selbst Lachen bitter schmerzt und zwar für vergleichsweise kleine Fehler wie unbedachte Bemerkungen voller guter Absicht. Ich denke ja immer, dass ich keinerlei Ausdauer besitze und bin dann jedes Mal bass erstaunt, wie lange ich diesen Autofolter-Modus durchhalte.

Gelesen: »Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist«. Wütend geworden, weil hier Dinge vermixt und überspitzt werden, die so keinen Sinn machen. Kurzversion einer 160 Seiten langen Unsauberkeit: Moderne Demokratien leiden an einem Demokratiemüdigkeitssyndrom, hervorgebracht durch Wahlen, die am Ende aber nur punktuelle Ereignisse sind, nicht jedoch das Volk an die Politik und die Politik an das Volk binden. Daher wäre ein Losverfahren günstiger.

…ich bin es leid, über Dinge zu schreiben, die mich stören. Da muss es doch auch Schönes geben! Unter den Bytes ist irgendwo ein Leben.

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Donnerstag, 2. März 2017 · Tägliches Allzutägliches