Libralop
Samstag, 4. März 2017

2017-03-04

1:47 Uhr. Nachdem die besoffenen Teenager endlich weitergezogen waren, um ihre profunden Gespräche altersgemäß in einer WhatsApp-Gruppe, nicht aber mehr vor unserem Schlafzimmerfenster weiterzuführen, traf der Hubschrauber über unserem Stadtteil ein. An Schlaf ist nicht zu denken. Versuche, mich mit Musik zu beruhigen. Erstaunlich: »Terminator 2« hilft am besten.

Sonne. Wärme. Beinahe irritierend viel. Ein Vorgeschmack auf die Vulkaninsel. Meine Frau sieht wunderschön aus und lacht voll herzhafter Wärme. Ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit.

Geburtstagsfeier eines mir liebsten Menschen. Auf dem Weg dorthin »Strawberry Fields Forever« im Ohr gehabt, wohl auch weil mir der Death-Metal-Nachbar heute seine Westerngitarre geliehen hat. Dann, bei der Einfahrt in den neuen Eigenheimgürtel, zu Beethoven gewechselt, in Anlehnung an »Clockwork Orange«.

Die Bekannten und Freunde beginnen nun, die Vierziger-Marke zu reißen und ihre Mietverhältnisse zugunsten von Eigenheimen aufzugeben. Meine letzte wichtige Lebensentscheidung war das Vertagen des Kaufs des neuesten »Old Man Logan«-Comics auf nächste Woche.

Donnerstag, 2. März 2017

2017-03-02

Viel zu hart zu mir selbst sein: Kann ich. Leiden lassen, so sehr und tief, dass selbst Lachen bitter schmerzt und zwar für vergleichsweise kleine Fehler wie unbedachte Bemerkungen voller guter Absicht. Ich denke ja immer, dass ich keinerlei Ausdauer besitze und bin dann jedes Mal bass erstaunt, wie lange ich diesen Autofolter-Modus durchhalte.

Gelesen: »Gegen Wahlen. Warum Abstimmen nicht demokratisch ist«. Wütend geworden, weil hier Dinge vermixt und überspitzt werden, die so keinen Sinn machen. Kurzversion einer 160 Seiten langen Unsauberkeit: Moderne Demokratien leiden an einem Demokratiemüdigkeitssyndrom, hervorgebracht durch Wahlen, die am Ende aber nur punktuelle Ereignisse sind, nicht jedoch das Volk an die Politik und die Politik an das Volk binden. Daher wäre ein Losverfahren günstiger.

…ich bin es leid, über Dinge zu schreiben, die mich stören. Da muss es doch auch Schönes geben! Unter den Bytes ist irgendwo ein Leben.

Sonntag, 26. Februar 2017

2017-02-26

Meine erster Führer bei den Begegnung mit den Mythen der Menschheit war Kirk Douglas. Als Odysseus wandelte er in der Unterwelt, sprach mit toten Seelen, an einem diesseitigen Ort inmitten des Jenseits. Traurige Helden, alte Mütter, versammelt in eine Höhle voll spitzer Kälte, eine einzige Strafe. Vielleicht wollte sich die Antike vor elenden Rückblicken auf das, was hätte erreicht sein können, schützen, in dem sie den Wert des Hier und Jetzt betonte. Der Jammer kommt noch früh genug, Held hin, Muttchen her.

Vor der afrikanischen Küste, auf einer steilen Vulkaninsel steht ein deutscher Reisender und fotografiert im rechten Winkel zur Sichtachse des Polarsterns (431 Lichtjahre) ein Schild, das auf eben diesen zeigt. Der Himmel ist bewölkt, was den Reisenden aber nicht davon abhält, diese Insel weiter zu erkunden, darüber zu schwärmen und das gemachte Bild einem Freund zu widmen. Dieser brach daraufhin alle Vorbereitung für eine Italien-Reise ab und versorgte sich im einschlägigen Reise-Kontor mit allen notwendigen Informationen, um ebenfalls einen Berg zu ersteigen.

Steve Ryan - Stars around Polaris - Day 62 (by-sa)

Aktueller Zustand: Nasennebenhöhlenentzündung (→ Odysseus)

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